idea 39/2022
Zum „Gefangenen des Monats Oktober 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und IDEA den pakistanischen Christen Nadeem James benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den von der Todesstrafe bedrohten 32-jährigen Vater von zwei Kindern einzusetzen und für ihn zu beten. Der katholische Christ aus Sarai Alamgir im Distrikt von Gujrat (Provinz Punjab) stellte sich am 12. Juli 2016 der örtlichen Polizei, nachdem sie nach ihm gesucht und seine zwei Schwägerinnen festgenommen hatte. Dem ausgebildeten Schneider, der weder Lesen noch Schreiben gelernt hat, wird Blasphemie (Gotteslästerung), insbesondere die Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed vorgeworfen. In erster Gerichtsinstanz wurde er deswegen bereits am 14. September 2017 zum Tode verurteilt. Mittlerweile wartet er seit fünf Jahren auf sein Berufungsverfahren. Nadeem James soll angeblich am 4. Juli 2016 ein despektierliches Gedicht an seinen Freund Yasir Bashir über die Kurz-nachrichten-Anwendung WhatsApp geschickt haben. Laut Verteidigung haben Bashir und zwei weitere muslimische Männer versucht, ihn zur Annahme des islamischen Glaubens zu drängen. James beharrte aber darauf, Christ bleiben zu wollen, und bat vergeblich um Verständnis. Schließlich zeigte ihn Bashir wegen Gotteslästerung an. Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Arif Alvi zu wenden. Er solle alles in seiner Macht Stehende tun, damit sich die nächste Instanz mit dem Fall zügig auseinandersetzt. Der Präsident solle sich zudem angesichts einiger Lynchdelikte in der Vergangenheit für den Schutz des Christen und seine körperliche Unversehrtheit einsetzen. Kontakt zur Botschaft: Staatspräsident Arif Alvi c/o Botschaft der Islamischen Republik Pakistan Schaperstr. 29 10719 Berlin Fax: 030 21244210                                  ********************************                                        Im letzten Moment ist die Abschiebung eines zum                                        Christentum konvertierten Iraners abgebrochen                                        worden. Der 33-jährige Mohsen Vaezi aus dem                                        oberfränkischen Forchheim sollte vergangene Woche                                        in den Iran zurückgeflogen werden. Er habe sich                                       bereits am Flughafen befunden, wie die Internationale                                       Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM, Frankfurt am Main) IDEA mitteilte. Im Iran hätten ihm wegen seiner Abkehr vom Islam Gefängnis und Folter gedroht. Die IGFM nannte die ausgesetzte Abschiebung einen „großen Teilerfolg“ und sie zeige: „Protest kann etwas bewirken.“ Wie das Bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen IDEA mitteilte, war die Abschiebung aufgrund eines kurzfristig gestellten Asylfolgeantrags abgebrochen worden. Vaezi war im Iran Christ geworden. Nachdem ein Nachbar ihn angezeigt hatte, war er vom Mullah-Regime überwacht und bedroht worden. 2016 floh er nach Bayern. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Regelmäßig besuchte er die Gottesdienste einer freikirchlichen Gemeinde.