web.de am 24.06.2024 In     Pakistan     ist     es     erneut     zu     einem Lynchmord   an   einem   Mann   gekommen, der   einen   Koran   verbrannt   haben   soll. Die         Tat         ereignete         sich         laut Medienberichten      am      20.      Juni      in Madyan       in       der       Provinz       Khyber Pakhtunkhwa.     Bei     dem     Ermordeten handelt    es    sich    um    einen    45-jährigen Touristen   aus   Sialkot   (Provinz   Punjab). Einheimische   hatten   ihn   attackiert   und der Blasphemie beschuldigt. Die     Polizei     brachte     ihn     zu     seinem Schutz    auf    die    Wache.    Eine    wütende Menschenmenge,              die              durch Lautsprecheransagen                    örtlicher Moscheen   aufgestachelt   wurde,   stürmte das    Polizeirevier.    Der    Mob    zerrte    den Mann    auf    die    Straße    und    schlug    mit Stöcken   auf   ihn   ein.   Schließlich   wurde er mit Öl übergossen und angezündet. Videos   in   den   Sozialen   Medien   zeigen Menschen         um         einen         leblosen, brennenden     Körper.     Sie     treten     die Leiche    und    machen    Fotos    mit    ihrem Handy.    Nach    Polizeiangaben    wurden acht      Menschen      bei      den      Unruhen verletzt.    Laut    der    Nachrichtenagentur AP kam es bisher nicht zu Festnahmen. Hilfswerk:      „Satanische      Freude      des Mobs“ ist abscheulich Das    ökumenische    Hilfswerk    „Christen in   Not“   (Wien)   verurteilte   die   Tat   mit scharfen                Worten.                Dessen Generalsekretär      Prof.      Elmar      Kuhn bezeichnete   „die   satanische   Freude   des Mobs“      angesichts      des      brennenden Mannes      als      abscheulich.      Moscheen hätten    den    Mob    zum    Sturm    auf    das Polizeirevier aufgehetzt. Kuhn     erinnerte     daran,     dass     in     der Vergangenheit       Koran-Verbrennungen Muslime   weltweit   in   Aufregung   versetzt hätten.      Er      fragte:      Wo      bleibe      der Aufschrei     derselben     Muslime,     wenn nicht       „Bücher       verbrannt       werden, sondern   ein   Mensch   grausam   ermordet wird im Namen Allahs“? Bereits       am       25.       Mai       hatte       ein muslimischer        Mob        in        Sargodha (Provinz Punjab) einen Christen getötet, der   mit   seinen   Söhnen   eine   Schuhfabrik betrieb.    Ein    neidischer    Nachbar    hatte ihn   fälschlich   beschuldigt,   einen   Koran verbrannt        zu        haben.        Ein        Mob verprügelte      den      Christen      daraufhin bisher    zur    Bewusstlosigkeit.    Er    erlag später seinen Verletzungen. In    Pakistan    kann    selbst    der    geringste Verdacht   auf   eine   Beleidigung   des   Islam zu Lynchmorden führen.
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